Polizeikontrolle und Alkoholtest sechs Mal hinter einander
Dienstag, November 2, 2010 12:55Die Geschichte, die ich zu erzählen habe, liegt schon viele Jahre zurück. Damals war ich jung und unerfahren. Jetzt bin ich schon alt und im Nachhinein betrachtet, kann man heute über die Geschichte nur schmunzeln. In jener Nacht allerdings fanden ich und die beteiligte Person, die Sache nicht sehr lustig. Was war passiert? Meine Schwester und ich waren zu einer „Märchenhochzeit“ eingeladen. Mein ältester Bruder, eigentlich ein Halbbruder, lud zu einer Märchenhochzeit auf eine Burg ein. Natürlich fühlten wir uns verpflichtet, als Familienmitglieder, an dieser Feier teilzunehmen. Um dem Anlass gerecht zu werden, liehen wir uns festliche Kleidung in einem Leihgeschäft aus. Wohl kaum ein junger Mann meines Alters, hatte einen Smoking im Schrank hängen und auch die Garderobe meiner Schwester, wies keine feierliche Kleidung auf. Wir fuhren also los, mit dem mulmigen Gefühl, dass man immer vor solchen „hochoffiziellen Anlässen“ hat. An einer Tankstelle vor der letzten Autobahnabfahrt hielten wir an, um uns in die feierliche Kleidung zu werfen, denn schließlich wollten wir die guten Stücke nicht auf der Autofahrt zerknittern. Die Feier zu beschreiben erspare ich mir, weil es mit der eigentlichen Begebenheit nur wenig zu tun hat. Nur so viel steht fest, wir mussten noch am selben Abend oder in der Nacht wieder zurückfahren. Meine Schwester musste am nächsten Tag eine Arbeit an der Universität vorbereiten und ich selbst, hatte eine wichtige Besprechung, die sich nicht aufschieben ließ. Spät in der Nacht machten wir uns also auf den Rückweg.
Die erste Polizeikontrolle
Wir mussten ein gutes Stück fahren, bevor wir die nächste Autobahn erreichen konnten. Wir waren noch nicht weit gekommen, da wurden wir aus dem laufenden Verkehr heraus gewunken. Da hieß es „allgemeine Verkehrskontrolle, bitte ihren Führerschein und die Fahrzeugpapiere“. Nachdem dies geprüft war, kam die obligatorische Frage, ob man was getrunken hätte. Wir waren lustig drauf und daraufhin beantwortete meine Schwester die Frage mit Ja. Daraufhin kam die unvermeidliche Frage, was man denn getrunken hätte und wie viel. Die Antwort hat den Polizisten wenig gefallen, es waren nämlich nur zehn Tassen Kaffee und einige Gläser Cola, die meine Schwester augenzwinkernd angab. Die Polizeistreife teilte unsere Art des Humors allerdings nicht. Meine Schwester und ich wurden aufgefordert das Fahrzeug zu verlassen und meine Schwester, als Fahrerin des Fahrzeuges durfte pusten. Dass das Ergebnis 0,0 Promille ergab, war uns von vorneherein klar und brachte die Beamten aber keineswegs in Verlegenheit. Lange Rede kurzer Sinn, sie mussten uns unserer Wege ziehen lassen. Wir sind weiter gefahren, kamen aber nicht weiter als circa zwei bis drei Kilometer, als uns eine weitere Streife an den Straßenrand winkte. Gleiches Spiel wie vorher, aber andere Kollegen. Das Ganze passierte an dem Abend genau sechsmal innerhalb des gleichen Kreises.
Besser keine spaßigen Bemerkungen machen
Ziemlich genervt sagte meine Schwester etwas von Polizeiwillkür und Staatsfeinde, denn eine Erklärung, dass dieses Beamten Duo die Sechsten waren, die uns angehalten haben, wollten die Beamten nicht hören. Stattdessen landeten wir auf dem Rücksitz des Funkstreifenwagens und auf dem Polizeirevier der Kreisstadt. Man drohte uns alles Mögliche an, ohne dass man uns zur Sache vernommen hätte. Unser Auto, welches auch nur geliehen war, wurde haarklein untersucht. Erst als man nichts fand und wir an einen der Vorgesetzten kamen, schenkte man unserer Geschichte gehör. Dennoch hatten wir den Eindruck, als wenn man sich nicht genötigt fühlte, sich zu entschuldigen. Lediglich die Tatsache, dass man nichts gefunden hatte, niemand von uns alkoholisiert war, haben wir zu verdanken, dass wir freigelassen wurden. Meine Schwester fuhr in Gegenrichtung, aus der wir gekommen sind, schnellstmöglich auf die nächste Autobahn. Wir waren erst am nächsten Vormittag zu Hause. Wenn wir uns heute an die Geschichte erinnern, müssen wir unwillkürlich schmunzeln. In jener Nacht allerdings fanden wir das nicht sehr lustig, im Gegenteil, wir waren so erzürnt, dass wir einen gepfefferten Beschwerdebrief an die zuständige Polizeidirektion schickten. So leicht kann man als unbescholtener Bürger, nur wegen einer lustigen Bemerkung, in die Mühlen der Behörden gelangen.