Eine Fahrradtour ins Grüne – Freitag der 13.
Montag, November 29, 2010 14:15“Wir können ja heute Nachmittag eine Fahrradtour in die nähere Umgebung machen, wenn du nichts dagegen hast”, schlug meine Freundin vor, bei der ich für einige Tage zu Besuch in Bremen war. Natürlich hatte ich nichts gegen einen Ausflug mit dem Fahrrad. Ich freute mich, nach den vergangenen Tagen, die gefüllt waren mit Stadtbesichtigung, Einkaufsbummel und Partys, in die Natur hinauszukommen.
Der Freitag der 13. Effekt
Als wir gerade zur Tür hinaus wollten, klingelte das Telefon. Die Arbeitsstelle meiner Freundin war am anderen Ende der Leitung. Eine Arbeitskollegin hatte sich krank gemeldet. Es kam die Frage an meine Freundin, ob sie den Vier-Stunden-Dienst übernehmen könnte. Sie sagte zu, nachdem ich ihr versichert hatte, dass es mir nichts ausmacht, die Fahrradfahrt auch allein zu unternehmen. Bevor sich unsere Wege trennten, erwähnte sie noch beiläufig: “Es musste ja etwas passieren, schließlich ist heute Freitag, der 13.” Über so einen Unsinn konnte ich nur lachen und wünschte ihr einen guten Dienst ohne unliebsame Überraschungen.
Ich radelte dann gemütlich auf dem Deich, entlang des Flüsschens Wümme, bei angenehmen Frühlingstemperaturen und genoss die Ruhe und Weite dieses Landstrichs.
Eine einsame Radtour
Als ich in die Nähe des Rhododendronparks kam, entschloss ich mich, den Weg durch den Park zu nehmen. Die Rhododendronbüsche waren gerade in voller Blüte. Es duftete wundervoll und die Farbenpracht war eine Augenweide. Ich stieg vom Fahrrad ab und nahm meine Tasche vom Gepäckträger, um den Fotoapparat herauszuholen. Dabei muss ich an das, am Hinterrad, angebrachte Fahrradschloss gekommen sein. Es schnappte zu – ich hatte natürlich den Schlüssel dafür nicht mit. Er lag bei meiner Freundin auf dem Küchentisch. Es half nichts, ohne Hilfsmittel und Beschädigung bekam ich das Schloss nicht auf.
Wer sein Fahrrad liebt – der trägt es
Wohl oder übel musste ich das Fahrrad halb tragend, halb schiebend, fortbewegen. Ich war etwa fünf Kilometer von meiner Gastwohnung entfernt. Die Leute die mich sahen und wahrnahmen, starrten mich an, schauten mir nach, zum Teil misstrauisch, manche auch mitleidsvoll. Einige wenige fragten, ob sie mir helfen können, was ich aber verneinte. Ich brauchte weder eine Luftpumpe noch Flicken für die Reifen. Nach etwa zwei Stunden kam ich schweißüberströmt und völlig fertig bei meiner Freundin an. Sie hatte inzwischen schon ihren Dienst beendet. Als sie mich so sah, fragte sie aufgeregt, ob mir etwas zugestoßen sei. Nachdem ich ihr meine Story erzählt hatte, schüttete sie sich aus vor Lachen und erinnerte mich nochmal an Freitag, den 13.